Auktion: 345 / Modern Art / Kunst nach 45 am 04./05.06.2008 Lot 351

Erich Hauser - 18/71


351
Erich Hauser
18/71, 1971.
Edelstahl
Schätzung:
€ 14.000
Ergebnis:
€ 14.400

(inkl. Käuferaufgeld)

18/71. 1971.
Edelstahlobjekt.
Hauser 18/71. Mit dem Namenszug des Künstlers, der Datierung, dem Titel und der Bezeichnung "F.W.". 63 : 79 cm (24,8 : 31,1 in). Erich Hauser absolviert 1945-48 eine Lehre als Stahlgraveur und erhält gleichzeitig bei Pater Ansgar im Kloster Beuron Unterricht in Zeichnen und Modellieren. Seit 1952 ist Hauser als freischaffender Bildhauer tätig. Anders als der von ihm verehrte Henry Moore verwendet Hauser seit 1962 industriell vorgefertigte Stahlplatten. Damit einher geht die Auseinandersetzung mit geometrischen Grundformen und technoiden Bauelementen, die bereits seine ersten eigenständigen Werke kennzeichnen. Aus komponierten Flächen schafft er hohle, allansichtig konstruierte plastische Gebilde mit kantigen Graten und Gruben. Hauser fügt die Versatzstücke so zusammen, dass sie im Ergebnis zur regelmäßigen Gestalt tendieren, aber auch deren Zerbrechen zeigen. 1964 nimmt Hauser erstmals an der documenta in Kassel teil; dort ist der Künstler auch 1968 und 1977 vertreten. 1964-65 ist er Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 1970 wird er Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Seit den siebziger Jahren schafft er zahlreiche Arbeiten für den öffentlichen Raum, darunter 1971 eine Doppelraumsäule für das Hessische Landesmuseum in Darmstadt. Neben Auftragsarbeiten fertigt Hauser, der 1970 nach Rottweil übersiedelt und dort am Aufbau des überregional bekannten "Forum Kunst" entscheidend mitwirkt, auch kleinere Plastiken, für die er bevorzugt sichel- oder diskusförmige Scheiben und kubische Blöcke verwendet.

Metall ist das Material, mit dem Erich Hauser arbeitet, das er umwirbt, gegen das er kämpft und dem er seinen Formwillen aufzwingt. Es sind Stahlplatten, die er schneidet, biegt, knickt, faltet, schweißt, schleift und feilt. Wie ein Architekt, der sein Gebäude aus den sich aneinander fügenden Teilen nach seinem Plan wachsen lässt, so fügt auch er seine Gebilde durch das Aneinander und Ineinander einzelner Elemente zu einer Gesamtform, Metall wird so zur Gestalt. Frei von inhaltlichen Bezügen beschäftigt den Künstler die Raumplastik, wo Räumliches gestaltet und Volumen sichtbar gemacht wird. Seine Skulpturen bilden keine Massen, die imponieren wollen - Statik, Dynamik und Balance als Grundprinzipien machen sie eher schwebend als lastend. Sie bedürfen nicht der abtastenden Hand, sie verlangen nach intensivem Sehen.

1984-85 erhält Hauser eine Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin, 1986 folgt die Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg. Die Erich Hauser-Stiftung wird 1996 ins Leben gerufen. Zu den wichtigen Ehrungen zählen die 2000 verliehene Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg sowie der Kulturpreis der Stadt Rottweil. [ME]

PROVENIENZ: Privatsammlung Trier, Köln.
Privatsammlung Krefeld.

Unikat
Guter Gesamteindruck. Partiell schwach fleckig bzw. mit schwachen Fingerspuren. Vereinzelt mit minimalen Bereibungsspuren sowie winzigen Bestoßungen.




351
Erich Hauser
18/71, 1971.
Edelstahl
Schätzung:
€ 14.000
Ergebnis:
€ 14.400

(inkl. Käuferaufgeld)